Wenn unsere Gäste uns fragen, was man in Cefalù essen sollte, erwarten sie oft eine Liste von Restaurants. Wir sprechen lieber über die Gerichte, denn sie erzählen mehr über den Ort: die überbackene Pasta zum Fest des Stadtpatrons, Sardinen aus unserem Meer, Streetfood aus Palermo, Käse und Manna aus den Madonie und die Zitrusfrüchte, die rund um unsere Häuser wachsen. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und wann.
Von Alessandra, Giuseppe und Salvatore Livecchi · aktualisiert im Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit
Pasta a taianu, das Gericht von Cefalù
Wenn ein Gericht wirklich zu Cefalù gehört, dann die Pasta a taianu. Der Name stammt vom taianu, einer großen Tonform, in der sie sowohl gegart als auch serviert wird. Für das traditionelle Rezept kommen eine mit Kalb- und Lammfleisch, Knoblauch und Basilikum gekochte Tomatensoße, frittierte Auberginen, Rigatoni und reichlich geriebener gereifter Pecorino zusammen. Pasta, Soße und Auberginen werden in der Form geschichtet und dann kurz im Ofen gebacken, traditionell im Holzofen.
Es ist das Gericht zum Fest des Santissimo Salvatore, des Stadtpatrons, das vom 2. bis 6. August gefeiert wird. Am 6. August, dem Tag der Prozession und der 'ntinna a mare, bei der Fischer versuchen, eine Fahne von der Spitze eines langen, eingefetteten Mastes zu greifen, der über das Meer hinausragt, kochen viele Familien im Ort Pasta a taianu zu Hause. Wenn Sie in dieser Woche hier sind, ist das die beste Gelegenheit, sie zu probieren. Den Rest des Jahres steht sie manchmal auf traditionellen Speisekarten, bleibt aber vor allem ein Familienrezept.
Fisch und Meeresfrüchte: was man in Cefalù aus dem Meer isst

Cefalù war ursprünglich ein Fischerdorf, und der kleine Hafen unterhalb der Altstadt zeugt bis heute davon. Fettreiche Fische wie Sardinen stehen im Mittelpunkt vieler Gerichte aus der Gegend von Palermo, die Sie hier finden, besonders in den wärmeren Monaten.
Pasta con le sarde
Eines der typischsten Gerichte der Gegend um Palermo, offiziell als traditionelles italienisches Lebensmittel anerkannt. Es verbindet frische Sardinen, wilden Fenchel, Zwiebeln, gesalzene Sardellen, Rosinen, Pinienkerne und Safran, meist mit Bucatini, und wird statt mit Käse mit gerösteten Semmelbröseln bestreut. Die Version aus Palermo ist „weiß“, also ohne Tomate. Zubereitet wird das Gericht vor allem zwischen März und September, wenn frische Sardinen und wilder Fenchel Saison haben.
Sarde a beccafico
Aufgeklappte Sardinen, die um eine Füllung aus Semmelbröseln, Knoblauch, Petersilie, Pinienkernen, Rosinen und Orangensaft gerollt und dann mit Lorbeerblättern im Ofen gebacken werden. Der Name bezieht sich auf den Beccafico, einen kleinen Vogel, der gefüllt einst als Luxusspeise des Adels galt; die Sardinen mit ihren nach oben ragenden Schwänzen wurden zur Version für den Alltag. Nach Art von Palermo werden sie oft zimmerwarm serviert.
Der Fang des Tages
Fragen Sie über die klassischen Rezepte hinaus immer, was frisch ist. Gegrillter, im Ofen gebackener oder pochierter Fisch, Platten mit rohem Fisch und Frittura mista wechseln je nachdem, was die Boote anlanden. Unser Rat: Lassen Sie sich vom Servicepersonal beraten, statt schon mit einem bestimmten Gericht im Kopf zu kommen.
Streetfood: Arancine, Panelle und Sfincione

Cefalù liegt weniger als eine Stunde von Palermo entfernt und hat dessen Streetfood übernommen. Arancine, hier wie im übrigen Westsizilien weiblich (im Osten sagt man arancini), sind frittierte, gefüllte Reisbällchen, klassisch mit Fleischragù oder mit Schinken und Käse. Panelle sind dünne Kichererbsenfladen, frittiert und in einem weichen Brötchen gegessen, oft zusammen mit Kartoffelkroketten. Sfincione ist eine dicke, luftige Focaccia mit Tomatensoße, Zwiebeln, Sardellen, Oregano und Käse.
Diese Rezepte stammen aus Palermo, wo man sie im Stehen auf den historischen Märkten isst. In Cefalù finden Sie sie in Rosticcerie, Bäckereien und Frittierläden, und eine Arancina auf die Hand ist das ideale Mittagessen an einem Strandtag.
Granita, Cannoli und Cassata: sizilianische Süßspeisen

Ein Sommerfrühstück auf Sizilien bedeutet Granita mit einer Brioche col tuppo, dem weichen Hefebrötchen mit dem kleinen Dutt obendrauf. Granita entsteht aus Wasser, Zucker und Obst oder Kaffee, Kakao oder Nüssen und wird beim Gefrieren immer wieder umgerührt, bis sie körnig und cremig wird. Mandel, Zitrone, Kaffee und Maulbeere sind die Favoriten: Man tunkt die Brioche hinein und hält damit bis zum Mittagessen durch.
Cannoli
Eine knusprige, frittierte Teigrolle, gefüllt mit passiertem, gesüßtem Schafsricotta, manchmal mit kandierten Früchten oder Schokostückchen und einem Hauch Puderzucker. Ursprünglich ein Karnevalsgebäck, gibt es Cannoli heute das ganze Jahr über. Unser Tipp: Wählen Sie einen, der erst auf Bestellung gefüllt wird, dann bleibt die Hülle knusprig.
Cassata
Gesüßter Ricotta, Biskuit, Marzipan und kandierte Früchte: Die Cassata ist der sizilianische Osterkuchen und wurzelt in den Klostertraditionen Palermos, auch wenn Konditoreien sie in anderen Monaten ebenfalls verkaufen, im Ganzen oder als Einzelportion.
Produkte aus den Madonie
Hinter der Küste erheben sich die Berge des Madonie-Parks, und vieles von dem, was Sie in Cefalù essen, kommt von dort. Manna ist der Pflanzensaft, der im Sommer, zwischen Juli und August, durch Einschnitte in die Rinde von Eschen gewonnen wird. Heute wird Manna vor allem in Castelbuono und Pollina erzeugt und ist als Slow-Food-Presidio geschützt. Sie dient als natürliches Süßungsmittel und wird in Gebäck verwendet.
Die Provola delle Madonie ist ein Pasta-filata-Käse mit charakteristischer Flaschenform, hergestellt vor allem aus roher Kuhmilch, manchmal mit etwas Schafsmilch, und ebenfalls ein Slow-Food-Presidio. Im Herbst liefern die Wälder Pilze, darunter den begehrten Ferla-Pilz, die in den Küchen der Bergdörfer neben Wurstwaren, Kastanien und Wildgemüse auf den Tisch kommen. Ein Tag in den Dörfern der Madonie gehört zu den Tagesausflügen ab Cefalù, die wir allen, die des Essens wegen reisen, am häufigsten empfehlen.
Olivenöl, Zitrusfrüchte und Wein aus der Region

Natives Olivenöl extra kommt auf alles. Die Provinz Palermo gehört zur g.U. Val di Mazara, die auf Sorten wie Biancolilla, Nocellara del Belice und Cerasuola beruht, doch jede Familie hier hat ihre eigenen Bäume und ihr eigenes Lieblingsöl. Die zweite Konstante sind Zitrusfrüchte: Orangen, Zitronen und Mandarinen landen in Salaten, Desserts und sogar in der Sardinenfüllung.
Beim Wein müssen Sie nicht nach berühmten Etiketten suchen. Sizilien erzeugt hervorragende Weißweine aus autochthonen Rebsorten wie Grillo, Catarratto und Inzolia, Rotweine auf Basis von Nero d'Avola und Süßweine zum Dessert. Fragen Sie nach einem sizilianischen Hauswein oder nach einer Weinempfehlung zum Essen; zu Fisch passt meist ein frischer Weißwein am besten.
Von unserem Landgut: Limoncello, Eingemachtes und Konfitüren

Die Villa dei Mandarini und die Villa dei Limoni stehen auf unserem Familienanwesen, 13.000 Quadratmeter mit Zitrus- und Olivenbäumen in der Contrada Salinelle. Aus den Früchten, die wir ernten, machen wir Limoncello, Eingemachtes und Konfitüren, die wir immer gern mit unseren Gästen teilen. Einfacher können wir Ihnen gleich bei der Ankunft keinen Vorgeschmack auf Sizilien geben, noch bevor Sie zum Abendessen aufbrechen.
Essenszeiten und Märkte: praktische Tipps

Sizilianer essen später, als man es aus Großbritannien, Deutschland oder Skandinavien kennt. Mittagessen gibt es etwa von 13 bis 15 Uhr, das Abendessen beginnt selten vor 20 Uhr und zieht sich im Sommer bis spät in den Abend. Viele Küchen schließen am Nachmittag; wenn Sie also am Nachmittag Hunger bekommen, sind Rosticcerie und Cafés Ihre Anlaufstelle. Im Sommer und am Wochenende empfiehlt es sich, fürs Abendessen einen Tisch zu reservieren.
Für Selbstversorger gibt es in der Gegend Fischhändler, Gemüseläden mit saisonalen Produkten und Wochenmärkte in den Dörfern, auf denen Obst, Gemüse und Käse zu fairen Preisen verkauft werden. Tage und Orte wechseln, fragen Sie uns einfach vorher. Gäste der Casa del Duomo haben die gesamte Altstadt direkt vor der Tür, und wenn Sie Kulinarik mit Besichtigungen verbinden möchten, finden Sie in unserem Ratgeber zu den Sehenswürdigkeiten in Cefalù viele Ideen.
Wo Sie gut essen gehen können, zeigt unsere Auswahl der besten Restaurants in Cefalù laut Guide MICHELIN und Gambero Rosso.












